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Die häufigsten Erkrankungen sind Störungen der innersten Schicht der Hornhaut (Endothel) oder Wölbungsanomalien der Hornhaut. Das bekannteste Beispiel für Wölbungsanomalien ist der Keratokonus, die kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut.
Trübungen der Hornhaut können sehr vielfältige Ursachen haben. Hierher gehören angeborene Augenentwicklungsstörungen, Narben nach Verletzungen, Infektionen oder Geschwüre. Schliesslich können Trübungen auch durch bestimmte erbliche Erkrankungen und Stoffwechselstörungen der Hornhaut entstehen.
Hornhautbank:
Hornhauttransplantate stammen immer von verstorbenen Menschen. Die Hornhautspende ist immer völlig freiwillig und nie gegen den zu Lebzeiten erklärten Willen eines Menschen möglich. Niemals bezieht jemand finanziellen Gewinn aus einer solchen Gewebespende. Die Hornhaut kann in der Augenbank in einer speziellen Nährflüssigkeit bis ca. vier Wochen konserviert werden.
Es ist bis heute nicht gelungen, eine künstliche Hornhaut zu produzieren, die eine gute optische Qualität hat und nicht vom Körper abgestossen wird. Gewebe kann mit vernünftiger Aussicht auf Erfolg nur unter Lebewesen gleicher Art übertragen werden – Menschen müssen also menschliche Transplantate erhalten.
Hornhauttransplantation:
Bei der Hornhauttransplantation handelt es sich um den Ersatz kranken Gewebes durch gesundes Gewebe. In der Regel wird nicht die ganze Hornhaut übertragen, sondern nur der zentrale Teil. Dieser kann in seiner ganzen Dicke transplantiert werden (man spricht dann von perforierender Keratoplastik), oder es wird nur der oberflächliche Teil ersetzt (lamelläre Keratoplastik).
Die Operation ist in örtlicher Betäubung (Retrobulbäranästhesie: Spritze hinter dem Auge, bzw. neben dem Auge) oder in Narkose möglich. Die Spitalaufenthaltsdauer beträgt zwischen zwei und vier Nächten. Der Verlauf nach der Operation ist in den meisten Fällen schmerzlos.
Verlauf und Resultate:
Die sehr feinen Fäden, die zum Einnähen der gespendeten Hornhaut gebraucht werden, müssen mindestens 1 bis 1½ Jahre belassen werden. Eine definitive Korrektur mit Brille oder Kontaktlinse ist meistens erst nach Fadenentfernung möglich. Wenn der Verband zum ersten Mal vom Auge entfernt wird, sieht der Patient Licht, Farben und Umrisse. Einzelheiten werden unklar, verschwommen und unscharf sein. Dies ist normal: nach einer Hornhauttransplantation kann es viele Wochen und Monate dauern, bis sich das Sehvermögen langsam bessert, während die Hornhaut heilt. In dieser Zeit werden zunächst häufige, später in zunehmend längeren Zeitabständen Nachkontrollen durch einen Augenarzt durchgeführt. Je nach Heilungsverlauf wird die Tropftherapie entsprechend angepasst.
Nach Fadenentfernung wird nach Möglichkeit eine Brille oder eine Kontaktlinse angepasst. Die Hornhauttransplantation hat eine hervorrragende Prognose: Unverträglichkeitsreaktionen, sogenannte Abstossungen, sind je nach Grunderkrankung möglich, aber sehr selten.
Die zu erwartende Sehschärfe hängt von der Einheilung und Qualität der transplantierten Hornhaut, aber auch vom Zustand der Netzhaut, des Sehnervs und der Linse ab.
Da die Vernarbung der Hornhaut schlecht ist, bleibt die Narbe lebenslang schwach, weshalb für gewisse Tätigkeiten (z.B. Ball- oder Mannschaftssportarten) eine Schutzbrille empfohlen wird.
Probleme:
Trotz allen Bemühens und aller guten Chancen kann es sein, dass die transplantierte Hornhaut sich wieder dauerhaft eintrübt. Häufigste Ursache ist eine immunologisch bedingte Abwehrreaktion. In dieser Situation hat eine erneute Hornhauttransplantion sehr guten Erfolgsaussichten.
Bestimmte Hornhauterkrankungen, wie z.B. erbliche Degenerationen, können nach Jahren auch die eingepflanzte Hornhaut betreffen und diese eintrüben. Auch in diesen Fällen hat eine wiederholte Operation eine gute Prognose.
Eine Linsentrübung (Katarakt) entwickelt sich nach einer Hornhautübertragung selten und kann problemlos operiert werden.