LASIK Methode

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Bei der LASIK Methode wird entsprechend der Fehlsichtigkeit die Krümmung der Hornhaut verändert, so dass die Brechkraft des Auges in Richtung Normalsichtigkeit verschoben wird. Dies geschieht nicht durch Abtragen von Hornhautgewebe an der Vorderfläche, sondern durch ein spezielles Verfahren in der Tiefe des Hornhautgewebes. Bei diesem Eingriff liegen ca. 90% der Patienten innerhalb von 90 bis 110% des angestrebten Korrekturwertes. Fast alle Patienten sehen unkorrigiert besser als vor dem Eingriff. Die Sehschärfe mit der besten möglichen Korrektur ist ca. bei 80% gleich wie vor dem Eingriff, bei 10% ein bis 2 Linien besser, und bei 10% 1 bis 2 Linien schlechter. Bei nicht gut zentrierten Abtragungszonen oder bei unregelmässiger Heilung, auch bei Verrutschen der vorderen Hornhautlamelle, können irreguläre Astigmatismen entstehen.

Vorteile

Die LASIK ist eine neuere Methode, die Excimer-Laser und chirurgische Präparation der Hornhaut kombiniert. Direkt nach der Operation ist das Hornhautepithel (= die oberflächliche Zellschicht der Hornhaut) wieder geschlossen und die Sehschärfe bereits am nächsten Tage wieder recht gut. Bei höheren Korrekturen von Kurzsichtigkeit ( ca. 6 – 10 Dioptrien) und bei Korrektur der Weitsichtigkeit ist die Tendenz zur Narbenbildung gering. Bedingt durch die tiefere Durchtrennung der Hornhautnerven und den sofortigen Verschluss der Wunde treten nach dem Eingriff deutlich weniger Schmerzen auf als nach der PRK. Bei Komplikationen oder ungenügender Korrektur kann nach ca. einem halben Jahr die Wunde wieder geöffnet und noch einmal behandelt werden.
Ernste Komplikationen mit Verlust des Auges oder der Sehkraft sind bei der LASIK extrem selten.

Nachteile

Sowohl die LASIK wie auch die LASEK bewirken eine wesentlich tiefgreifendere Veränderung der Hornhautstruktur als die PRK. Die meisten Komplikationen stehen in Zusammenhang mit dem Hornhautlappen: Fehler oder Schwierigkeiten bei der Präparation, nicht ideale Position nach dem Eingriff, Einwachsen von Hornhautepithel in den Spalt zwischen vorderer und hinterer Hornhautlamelle, Ablagerung von Zellresten oder anderem Material in diesem Spalt, Ausbildung von Falten durch Rutschen der vorderen Lamelle. Sehr selten kommt einmal eine völlige Ablösung der vorderen Lamelle vor, die dann chirurgisch behandelt werden kann. Die Komplikationen bei der Lasik werden in 1 – 7% der Fälle beobachtet. Während der chirurgischen Hornhautpräparation steigt der Augendruck für einige Sekunden auf sehr hohe Werte, wie sie sonst nur bei einem Glaukomanfall (Grüner Star) vorkommen. In letzter Zeit ist gezeigt worden, dass dadurch ein langfristiger Verlust von Netzhautzellen erfolgen kann. Durch eine Vorbehandlung mit speziellen Augentropfen können wir diesen Effekt wahrscheinlich verhindern.
Fast alle Augen werden nach LASIK vorübergehend ausgesprochen trocken, speziell bei Frauen, welche älter als 40 Jahre sind.
Bei grösseren Korrekturen (6 – 10 Dioptrien) gibt es statistisch häufiger Abweichungen im Ergebnis sowie Unterkorrekturen in der Mitte der Abtragungszone („central islands“), die bei unserer Abtragungsmethode allerdings berücksichtigt werden. Bei weiter Pupille (z.B. Autofahren bei Nacht) können störende Geisterbilder auftreten – besonders bei kleinen Abtragungszonen. Das spätere Anpassen einer Kontaktlinse kann erschwert sein, ebenso das Berechnen der Kunstlinse bei späteren Staroperationen.

Eignung

Für welche Patienten ist dieser Eingriff geeignet ? Patienten älter als 20 Jahre mit Myopien oder Astigmatismus bis ca. –10 Dioptrien. Die Fehlsichtigkeit sollte nicht mehr progredient, sondern seit 2 Jahren stabil sein. Ebenso kann Hornhautastigmatismus mit der LASIK korrigiert werden. Auch Hyperopie (Weitsichtigkeit) bis ca. 4 Dioptrien kann korrigiert werden. Erkrankungen der Hornhaut oder des Auges können unter Umständen ein Ausschlussgrund sein, ebenso chronische Veränderungen der Hornhaut durch Kontaktlinsentragen.

Vor der Operation

Einige Wochen vor der Operation findet eine Untersuchung statt. Die Messdaten der Augen werden benötigt, um die Abtragung zu berechnen. Es ist wichtig, dass die Augen keine anderen Probleme haben. Daher erfolgt eine Untersuchung des Augenhintergrundes, um degenerative Netzhautveränderungen oder Netzhautlöcher, die zu einer Netzhautablösung führen können, auszuschliessen oder zu behandeln. Die Konsequenzen einer Normalisierung der Brechkraft des Auges, also auch die Notwendigkeit einer Lesebrille ab ca. 45 Jahren, werden erläutert. Als Spezialität unserer Einrichtung führen wir eventuell eine Untersuchung der Hornhaut mit dem konfokalen Hornhautmikroskop durch. Mit diesem Instrument können wir die einzelnen Zellen der Hornhaut beurteilen und – speziell bei Kontaktlinsenträgern – individuelle Besonderheiten feststellen.
Eine Woche vor der Operation beginnt die Vorbehandlung des Auges, um Schädigungen des Sehnerven durch die Augendrucksteigerung während des Eingriffs vorzubeugen.

Die Operation

Der Tag des Eingriffs kann wie gewohnt begonnen werden. Kontaktlinsen sollten nicht mehr eingesetzt werden. Durch Terminplanung sollten bei uns praktisch keine Wartezeiten entstehen. Eine Begleitperson für Bringen und Abholen ist nicht unbedingt erforderlich, kann aber für die moralische Unterstützung sinnvoll sein.

Der Ablauf der Operation ist heute weitgehend standardisiert und findet in folgenden Schritten statt: Zunächst werden alle Daten des Patienten sowie die Programmierung des Lasers überprüft. Der Patient legt sich auf die Operationsliege und wird unter das Operationsmikroskop gefahren. Das nicht zu behandelnde Auge wird zum Schutz mit einem Pflaster zugeklebt. Das zu behandelnde Auge wird mit Tropfen betäubt, gereinigt und desinfiziert. Dann wird mit dem Patienten geübt, durch Fixieren eines kleinen roten blinkenden Lichtpunktes das Auge exakt im Laserstrahl auszurichten und zu zentrieren. Anschliessend wird ein sogenannter Lidsperrer eingesetzt, damit der Patient während der Behandlung die Augenlider nicht versehentlich schliessen kann.

Nach der Markierung des Hornhautzentrums wird ein Saugring am Rand der Hornhaut fixiert. Nach Überprüfung des festen Sitzes wird mit dem Präzisions–Hornhautmesser („Keratom“) eine Lamelle von ca. 180 / 1000 mm präpariert, die in einem Bereich mit der hinteren Lamelle der Hornhaut verbunden bleibt. Die vordere Lamelle wird zur Seite geklappt und richtige Einstellung des Laserstrahls überprüft. Nach wenigen Sekunden beginnt die Abtragung von Hornhautgewebe. Dieser Vorgang dauert nur ca. 1 – 2 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Während der Abtragung sieht der Patient schwache bläuliche Lichtimpulse, es riecht manchmal etwas unangenehm, und man hört ein feines Klicken der einzelnen Laserimpulse. Mit unseren Messvorrichtungen können wir während der Abtragung mit einer Genauigkeit von 1/1000 mm die tatsächliche Verdünnung der Hornhaut messen. Gleichzeitig sorgt eine elektronische Steuerung dafür, dass bei unwillkürlichen Blickbewegungen der Laserstrahl automatisch nachgeführt und die Korrektur optimal zentriert wird.

Wenn die Abtragung beendet ist, wird die Wundfläche gereinigt und die vordere Hornhautlamelle wieder auf die behandelte hintere Lamelle gelegt und zentriert. Nach einigen Minuten sind beide Lamellen ausreichend fest zusammenhaltend und werden durch Einsetzen einer weichen Kontaktlinse geschützt. Es werden Augentropfen und Schmerzmittel verabreicht. Die Linse bleibt bis zur Kontrolle am nächsten Tag im Auge.
Falls am Abend oder in der Nacht Beschwerden auftreten, kann uns der Patient jederzeit anrufen.

Nach der Operation

Am Tag nach der Operation findet bei uns eine erste Kontrolle statt. Das operierte Auge wird untersucht und ein Rezept für die weitere Therapie ausgestellt. Eine Kontaktlinse wird auf dem operierten Auge nicht mehr getragen, bei noch vorhandener Kurzsichtigkeit allerdings auf dem anderen Auge. Eine Korrektur mit Brille ist bei sehr unterschiedlicher Brechkraft der Augen für den Patienten häufig stark irritierend. Für die nächsten Wochen ist die Anwendung von Augentropfen und –salbe notwendig, die dann langsam abgebaut wird. Das Sehvermögen ist bereits nach einigen Tagen deutlich verbessert.

Im weiteren Verlauf (Monate bis Jahre) nach der Operation ist es wichtig, die Augen regelmässig vom Augenarzt kontrollieren zu lassen. Besonders bei Sehverschlechterung und anderen Sehbeschwerden sollte mit einer Untersuchung nicht gezögert werden. Ein Jahr nach der Operation erfragen wir via Augenarzt den Befund, den wir zur Qualitätssicherung verwenden.

Komplikationen

Sehr seltene Komplikationen:

  • lebensbedrohliche Zustände durch die verwendete Anästhesie (lokal / allgemein)
  • lebensbedrohliche Zustände durch Versagen von Herz, Atmung, Kreislauf
  • allergische oder ungewöhnliche Reaktionen auf die verwendeten Medikamente

Sehr seltene Komplikationen mit möglichem Verlust der Sehkraft oder des Auges:

  • chirurgische Komplikation bei der Präparation des vorderen Hornhautlappens
  • Lockerung, Verlust oder Infektion des vorderen Hornhautlappens
  • Infektion der Hornhaut oder des Auges nach der Behandlung

Leichtere, ebenfalls seltene Komplikationen:

  • Ungleichmässige Abtragung
  • Dezentrierung des korrigierten Gebietes
  • Verlangsamte Wundheilung nach der Behandlung
  • Faltenbildung im Hornhautlappen
  • Partikeleinlagerungen im Hornhautschnitt
  • Einwachsen von Epithel in den Hornhautschnitt
  • Narbenbildung im Abtragungsgebiet mit Sehverschlechterung
  • Rückbildung der Korrektur

mögliche Nebenwirkungen:

  • Vorübergehende Erhöhung des Augeninnendruckes durch Cortison-Augentropfen
  • Etwas zu geringe oder zu hohe Korrektur (Über-/Unterkorrektur)
  • Leichter oder irregulärer Astigmatismus
  • Rezidivierende Erosio (wiederholte Verletzung des Hornhautepithels)
  • Geringe, z.T. vorübergehende Narbenbildung
  • Beschwerden beim Sehen in der Nacht
  • Beschwerden beim Lesen
  • Unterschiedliche Bildgrösse, insbesondere bei einseitiger Korrektur

Mögliche Beschwerden durch die Operationswunde und die Wundheilung:

  • Mässige Schmerzen in den ersten Tagen nach dem Eingriff
  • Fremdkörpergefühl oder Wundschmerz
  • Rötungen von Bindehaut und Lidhaut
  • Verschwommenes Sehen in der ersten Tagen nach der Behandlung
  • Erhöhte Schmerz- und Blendungsempfindlichkeit
  • Trockenes Auge

Da bei der LASIK lebendes Gewebe mit dem Excimer–Laser im Micron–Bereich (einige Tausendstel mm) korrigiert wird, es sich also um biologisches Gewebe handelt, können die Effekte weniger präzise sein als beispielsweise in Glas oder Kunststofflinsen.