Uveitis

Bei den entzündlichen Erkrankungen des Augeninneren (Uveitis) unterscheidet man je nach Schwerpunkt der Entzündungsaktivität eine vordere und eine hintere Uveitis (CAIN 457C2301-3).

Die vordere Uveitis oder auch Regenbogenhaut-Entzündung ist die häufigste Entzündung des Augeninneren und kann grundsätzlich zu schwerster Sehbeeinträchtigung führen, vor allem durch Verkleben der Pupille, so dass eine sofortige Behandlung unbedingt zu empfehlen ist.

Die hintere Uveitis ist am häufigsten durch Erreger verursacht, die bereits lange im Körper sind wie Toxoplasmen oder Folge rheumatischer bzw. immunologischer Erkrankungen mit einer Störung des Immungleichgewichts im Auge. Bereits minimale entzündliche Veränderungen führen zu schweren Sehstörungen, da jede einzelne Entzündungszelle vor der Netzhaut zu störenden Schatten führt. Eine bleibende Sehbeeinträchtigung ist immer dann zu erwarten, wenn die Netzhaut-Mitte betroffen ist, entweder direkt durch die Entzündung oder durch eine Gewebsschwellung. Um das Risiko bleibender Sehrstörungen möglichst gering zu halten, ist eine rasche klinische Untersuchung notwendig, meist gefolgt von ausgiebigen Laboruntersuchungen.

Die Therapie richtet sich im Wesentlichen nach der Ursache der Erkrankung. Fast immer ist jedoch auch bei infektiösen Erkrankungen eine Cortison- oder andere entzündungshemmende Therapie notwendig. Bei unklarer Diagnose oder zur Abschätzung des Risikos, dass die Erkrankung wiederkehrt, können Untersuchungen der Flüssigkeiten des Augeninnern hilfreich sein. Gerade das Vorderkammerwasser, kann ohne grosse Belastung für die Patienten bei der Untersuchung abgenommen werden. Eine definitive Diagnosestellung gelingt trotz aller Bemühungen heutzutage in höchstens einem Drittel der Fälle. Wichtiger als die definitive Klärung der Ursache der Erkrankung ist jedoch die Wahl der richtigen therapeutischen Massnahmen und der Ausschluss von Erkrankungen, die für das Sehen oder Wohlbefinden der Patientin oder des Patienten gefährlich sind.