Diabetische Retinopathie

Bei der Diabetes kommt es nach ungefähr 20 Jahren zu Veränderungen der Netzhaut beider Augen. Die Schädigungen bestehen in kleinen Blutungen, Kapillaraussackungen (Mikroaneurysmen), Fettablagerungen (harte Exsudate), kleinen Durchblutungsausfällen und Wucherungen von kleinen Blutgefässen und Bindegewebsmembranen (Proliferationen). Aus neugebildeten Blutgefässen kann es zu stärkeren Blutungen ins Augeninnere mit starkem Sehverlust kommen. Netzhautablösungen sind eher selten.

Bei älteren Patienten mit Diabetes Typ 2 ist oft die Sehschärfe herabgesetzt durch Schwellungen und Fettablagerungen in der Netzhautmitte (Makula). Die Patienten haben beispielsweise Leseprobleme. Ein schlecht eingestellter Bluthochdruck verursacht eine Verschlimmerung der Netzhautveränderungen!

Erblindungen resultieren aus neugebildeten Blutgefässen (TIME) (ähnlich wie bei der AMD), zum Teil starken Glaskörperblutungen und vor allem aus einer gestörten Durchblutung der gesamten Netzhaut, ferner als Folge eines Sekundärglaukoms (Grüner Star).

Behandlungsziel

  • Die sicherste Behandlung der diabetischen Netzhautveränderungen ist die Laserkoagulation (Photokoagulation). Sie führt zu einer Verminderung der Blutgefässwucherungen, zum Rückgang von Schwellungen und Fettablagerungen sowie einer Verbesserung der Netzhautdurchblutung.
  • Ziel der Laserbehandlung der diabetischen Retinopathie ist der Erhalt einer brauchbaren Sehfunktion. Eine dauerhafte Normalisierung der Sehschärfe ist in der Regel nicht möglich.
  • Einblutungen in den Glaskörper und Netzhautablösungen werden mit chirurgischen Methoden (Vitrektomie) behandelt.

Medikamente

 

Probleme

  • Trotz stark verbesserter Methoden der Laserkoagulation und der Netzhaut-Glaskörper-Chirurgie kann eine Erblindung auch heute noch nicht in allen Fällen verhindert werden. Ursache ist meist eine Zusammenbruch der Durchblutung der Netzhaut.
  • Eine sehr ausgiebige Laserkoagulation hat eine gewisse Einschränkung des Gesichtsfelds und vermehrte Blendungsempfindlichkeit zur Folge.
  • Nach einer Vitrektomie ist das Risiko von Augendruckerhöhungen (Glaukom) und Linsentrübungen (Katarakt) erhöht. Diese Komplikationen können aber meistens behandelt werden.
  • Nach Entfernen von Glaskörpertrübungen durch eine Vitrektomie kann es in der Anfangsphase zu Nachblutungen kommen, da eine diabetische Retinopathie nur selten vollkommen ausheilt.
  • Infektionen und andere Komplikationen, die zu einem Verlust der Sehkraft oder sogar des Auges führen können, sind extrem selten.